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(Thesenpapier von Peter Edinger - FINANZPLANER DEUTSCHLAND)
Die Rahmenbedingungen für Produktanbieter
können wirksam durch Aufsicht gestaltet werden.Aufsicht ist nur für Produktanbieter ein
vernünftiges KontrollinstrumentAufsicht ist ein geeignetes Kontrollinstrument für
Produkthersteller. Die direkte Zulassung von einzelnen Produkten ist
z. B. im Versicherungsbereich zu Gunsten der Normierung der
Rahmenbedingungen fallen gelassen worden. Diese Richtungsänderung
fördert die Flexibilität des Marktes und ist sicher
angemessen. Die innerhalb dieser Rahmenbedingungen „hergestellten
Produkte“ sind im Prinzip vertragliche Vereinbarungen, die durch
Schriftstücke beschrieben werden. Dafür kann man durchaus
Vorgaben setzen, die durch Aufsicht sinnvoll nachgehalten werden. Persönliche Beratungsleistungen können
nicht wirksam normiert werden. Hier muss ausschließlich die
Qualität durch angemessene Qualifikation sichergestellt werden.Beratungsgespräche sind nicht durch
Aufsichtsmechanismen zu normieren oder zu kontrollierenEin persönliches Gespräch besteht schon
nicht aus einer kontrollierbaren Abfolge von Worten und es hat
darüber hinaus noch weitere wesentliche Bestandteile der
Kommunikation (s. a. Beratungsprotokoll kontra EU-Dokumentation). Es
beginnt bereits mit der Präsentation der Person durch PKW,
Kleidung etc. und es setzt sich dann fort über Mimik,
Körpersprache, Stimme und mehr. Bereits am Telefon kann man
einen Menschen „lächeln hören“. Auch eine noch so
ausgeklügelte Normierung ist nicht in der Lage, diese
Kommunikation zu kontrollieren. Ob dieser Versuch, in Gespräche
zu lauschen, wünschenswert ist, wäre eine Frage, deren
Diskussion sich an anderer Stelle Raum suchen muss. Wenn eine
berufliche Tätigkeit hauptsächlich darin besteht, Gespräche
zu führen, ist für diesen Beruf die Aufsicht keine
geeignete Qualitätssicherung. Für vermittelnde und/oder beratende Berufe
ist Qualifikation das einzig sinnvolle Instrument zur
SchadenbegrenzungKeine Frage ist, dass es alle Jahr wieder zu
erheblichen Schäden auf Kundenseite im Bereich der
Finanzdienstleistungen insgesamt kommt und „Ja“ – um
Schneeballsysteme aufzubauen, um betrügerische Anlagen
aufzulegen, braucht's auch kriminelle Energie. Allerdings werden
diese Produkte meistens nicht vom Initiator persönlich an den
Mann oder die Frau gebracht, sondern dieser bedient sich der
Vermittler. Die Tatsache, dass man denen in Unterlagen und Schulungen
soviel Unsinn als bare Münze verkaufen kann, ist der schlechten
Ausbildung geschuldet. Deshalb werden die vielen Schäden m. E.
in der Hauptsache nicht durch „kriminelle Elemente“ verursacht,
sondern durch das Heer der ahnungslosen Hasardeure! Gegen Kriminelle ist das Strafrecht einzusetzenGegen Kriminelle gibt es bereits das Strafrecht,
für die Ahnungslosen ist eine umfassende Qualifikation die
einzige wirksame Medizin. Hier muss nachgebessert werden. Die heute
geforderte Mindestqualifikation im Versicherungsbereich ist z. B. für
einen Gewerbe-Makler keine ausreichende Vorbereitung und bei anderen
Finanzdienstleistungen fehlt es gleich vollständig daran.
(Thesenpapier von Peter Edinger - FINANZPLANER DEUTSCHLAND)
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